Scheitholzflößerei

von Erhardt Hasenmaier; bearbeitet von Fritz Fuchs

„Das Flözen geschiehet, entweder in mehreren aneinander gebundenen Bäumen, welche in geringeren Wassern mit Stangen, in größeren mittelst Rudern oder Streichen durch Menschen geleitet werden, und dann sinds die sogenannte Langholzflöze, oder Man bindet auch hie und da Scheuter-Beugen zusammen, und stellet solche auf eine Unterlage von zusammen gebundenem Langholz Bördenweis, und diß sind Scheuterflöze, oder Es werden Bretter Schichtenweis zusammen gebunden, und dann sinds Bortflöze, welche nach der verschiedenen Gattung Zweilingspizen, Dreilingspizen, Thillspizen usw. benannt werden.

Endlich wirft man einzelne Scheuter, Klöze und Bäume ins Wasser, und überläßt solche deßen Flut, welche von dazu bestellten Personen vom Ufer abgetrieben, und mittelst über die Flußbreite gezogenen Rechen oder Fänge aufgefangen werden. Und diß heißt man nach der Holzgattung Scheuter-Klöz usw. Geflöz; obwohl einzelne Bäume und sogenannte eichene Ruthen nur da, wo sich zunächst ein starker Bach in einen schiffreichen Strohm ergießt, geschwemmt werden.

Es ist wohl keine Erfindung einfacher und ungesuchter als diejenige eines Flozes, auch dem Menschen von der beschränktesten Überlegung musste doch jedes nach spezifischer Leichte ob dem Wasser mehr oder minder schwimmende oder flotte Stück Holz, mehrere Hölzer zusammen zu binden und sie nach und nach einen Floz zu bereiten, augenscheinlich lehren. Da man seiner zu einem Fahrzeug so bald benötigt seyn müßen, als Gesellschaftliches Gewerb unter den Menschen begunte, so mußte auch der Gebrauch in dieser Absicht der allererste, weit später derjenige seyn, den Holzfloz um seiner eigenen Materie willen bey Vermehrung der Menschen und ihrer Bedürfnisse zu erbauen. Und so siehet man in dem geringsten schwimmenden Holzspahn den Begriff zum Kolossischen Kauffarteyschiff, wie in einer Puppe eingewickelt.“

 

In Mosers Forstarchiv von 1792 beginnt die „Geschichte des Holzflössens“ mit den Sätzen:

„Das Flössen ist eine Anstalt, wodurch mittelst des Wassers das Holz öfters nur in einem teutschen Land oder Reichs Crays besser vertheilt wird, als es durch Landfuhrwerk geschehen könnte; oft aber ist es auch eine Anstalt, durch welche Holz aus Teutschland in andere Reiche gebracht – und eben so zu einer Quelle eines wichtigen Activ-Handels gemacht wird, als es auf der andern Seite eine Mit-Ursache der Abnahme unserer Waldungen wird.“

 

Bäche, Flüsse (und natürlich auch Seen, wo sie von Natur aus vorhanden waren), waren für unsere Vorfahren zumeist Hindernisse, die ihr Fortkommen erschwerten. Aber schon früh wurde auch erkannt, dass die im bewegten Wasser wirkende Kraft sich als Transportmittel nutzen ließ.

„Wann nun in Wirtemberg das Flözen seinen Anfang genommen“, meint Friedrich Wilhelm König, „das müsste eine nach der Natur der Sache sehr schwer zu bestimmende Nachforschung seyn: Vermutlich gegen das 14te Jahrhundert...“

 

Die erste urkundliche Nachricht von der Neckarflößerei stellte der Vertrag vom 17. Februar 1342 zwischen dem Markgrafen Rudolf IV. von Baden und dem Grafen Ulrich III. von Wirtemberg dar. Darin wurde das Flößen auf Enz, Nagold und Würm in den Neckar bis nach Heilbronn geregelt. Nach dem unteren Neckar und den aus dem Schwarzwald kommenden Flüssen ging die herzogliche Verwaltung in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts daran, auch den oberen Neckar und seine Nebenflüsse für die herrschaftliche Flößerei nutzbar zu machen.

Im Schwarzwald muß die weitere Entwicklung ziemlich stürmisch verlaufen sein, denn die Urkunden häufen sich nun. U. a. sind zu nennen die wirtembergische Bauordnung von 1568 sowie die wirtembergischen Forstordnungen von 1514, 1540, 1552 und 1567. Bauholz durfte jetzt nur noch mit Erlaubnis der herzoglichen Rentkammer und unter Aufsicht des Forstmeisters verkauft werden. Auch wurden „Waldzeichen“ vorgeschrieben. Besonders der Verkauf von Eichenholz wurde beschränkt, da dieses sehr rar geworden war.

 

An „Ausländer“ durfte nun überhaupt kein Holz mehr verkauft werden.

 

Ähnlich früh wie im Schwarzwald ist Holz aus dem Schwäbisch-Fränkischen Wald nur auf dem Kocher geflößt worden. Auf der Murr wurde seit dem 15. Jahrhundert Holz geflößt. Es wurde fast ausschließlich nach Marbach und Backnang transportiert. Der erste Hinweis auf die Flößerei auf der Rems findet sich in der Württembergischen Müllerordnung von 1627. Darin wird darauf hingewiesen, daß auf deren Mühlwehren die Holzflöße durchgelassen werden müssen. „Seit 1628 konnte auf der Rems sowie auf ihren Seitenbächen Wieslauf, Bärenbach und Walkersbach geflößt werden. Da der Wieslaufbach nur ganz selten genügend Wasser zum Flößen hatte, wurde der Ebnisee auf der Welzheimer Hochebene (!) zu Flößereizwecken angelegt.“

Einen anschaulichen Blick in die damalige Zeit lässt der Befehl des Herzogs Eberhard Ludwig an den Forstmeister von Gaisberg in Schorndorf vom 24. März 1715 zu:

„Wir haben künftig hin zur Provisionierung unseres Schlosses zu Ludwigsburg eine ansehnliche Quantität Brennholz vonnöten, für dessen Beibringung gesorgt werden muß.

Wenn wir nun nicht zweifeln, es werde zu gelegener und favorabler Zeit das Brennholzflößen auf der Rems bis an den Neckar ebenso leicht, als man bisher auf der Murr und Erms getan und zwar mit desto größerem Vorteil sich prakticiren lassen, weil in den Huten Urbach, Lorch, Plüderhausen und anderen angrenzenden, die nötigen Tannen und Buchen in Abundanz zu haben.

Deshalb befehlen wir auch hiemit gnädigst, ihr sollt ohne Zeitverlust, mit Zuziehung des Werkmeisters bei euch, sowohl die Waldungen als den Remsfluss bis an den Neckar bereiten, alle Obstacula genau in Augenschein nehmen und mir solche aus dem Weg zu räumen, notiren und über alles zu unserer fürstlichen Rentkammer untertänigst Bericht schleunigst zu erstatten.

Inzwischen kannst du Forstmeister, da wir den Effekt für gewiss halten, 3 bis 400 Klafter Holz fällen und aufscheitern lassen, daß es in Beugen dürr werde und auf den Herbst zur Prob geflösst werden möge.“

 

Transportschlitten für Scheitholz

Wie funktionstüchtig die Herzogliche Verwaltung damals war, geht daraus hervor, dass schon am 12. April 1715 Bericht erstattet wurde, in dem die Menge des lieferbaren Holzes, die notwendigen wasserbaulichen Maßnahmen an Wieslauf und Rems ( u. a. Floßgassen an den Mühlwehren, Ausziehvorrichtung in Neckarrems) und die voraussichtlichen Anfuhrkosten des Holzes zur Einwurfstätte mitgeteilt wurden ( 1 Gulden 12 Kreuzer bis 1 Gulden 20 Kreuzer für 1 Klafter).

 

Die in diesem Bericht geplanten Einrichtungen scheinen tatsächlich gebaut worden zu sein, denn nach 1720 wird das Scheiterholzflößen aus dem Schorndorfer Forst stark betrieben. Die Herzogliche Verwaltung betrieb die Flößerei selbst, vergab sie allerdings jedes Jahr von neuem im Floßeinwurfakkord und Floßbetriebsakkord im öffentlichen Abstreich.

Allem Anschein nach wurde in den folgenden Jahren bis 1740 tatkräftig geflößt. Der Brennholzbedarf stieg, der Markt wurde erweitert. Die Floßstraßen erwiesen sich als nicht mehr leistungsfähig genug. Es wurden deshalb im Welzheimer Wald Schwellseen nach Schwarzwälder und Limpurger Vorbild angelegt.

Es wird beschrieben, das 1747 der Floßakkord dem Unternehmer Braxmaier übertragen worden sei, und dass um diese Zeit vier Floßseen am Unterlauf des Schweizerbachs sowie am Oberlauf des Walkersbaches, des Bärenbaches und der Wieslauf angelegt worden seien.

Außer diesen 4 Seen ist mindestens noch ein weiterer See im Steinbach- oder Strümpfelbachtal gebaut worden.

Sein Bauplan stammt von 1744 und ist wohl gleichzeitig mit dem Ebnisee errichtet worden.

Im Haselbach- oder Schweizertal seien vier weitere Seen gebaut worden, die zwar nicht alle ursprünglich als Schwellseen angelegt, aber später doch als solche benützt worden seien.

 

Auch im Götzen- und Aimersbachtal nördlich von Lorch findet man heute noch Seedämme. Zum Teil sind noch Teiche vorhanden, von denen aber bisher nicht bekannt ist, ob sie als Schwellseen benützt worden sind.

Vom Floßsee in Walkersbach wissen wir, dass er 1742 durch Forstmeister von Grassenberg aus Schorndorf aus einem älteren Teich unter Beihilfe des Oberschiffers Vollmar aus Pforzheim durch vollständigen Umbau größer erstellt wurde. Ausgeführt hat die Baumaßnahme der Seegräber Vogel aus Böblingen. Der Damm wurde nun 304 Fuß lang, an seiner höchsten Stelle 30 Fuß (8,6 m) hoch und 75 Fuß (21,5 m) unten bzw. 20  Fuß (5,7 m) oben breit. Er fasste damit soviel Wasser, dass dieser für 2 – 3 Tage Flößerei ausreichte. Wann der ältere Teich entstanden war, ist nicht bekannt.

 

Die Floßwege haben im Welzheimer Wald nicht das Ausmaß und die Bedeutung erlangt wie im Schwarzwald.

Siedlungsgeschichtliche Gründe, Geländeform, Geologie und Klima haben sicher eine bedeutende Rolle gespielt.

Ein Längenprofil des Flusssystems der Rems mit ihren zeitweise zum Flößen benutzten Seitenbächen Schweizerbach, Wieslauf, Edenbach, Strümpfelbach (auch Steinbach genannt), Walkersbach und Bärenbach weist auf die der Flößerei entgegenstehenden Schwierigkeiten hin. Karten im Aufriß zeigen, wie wechselhaft die Bachläufe gestaltet sind und welche Aufwendungen deshalb erforderlich sein mussten, das Holz unter solchen Umständen voranzutreiben. Die floßbare Länge der gesamten Floßstraße war auf der Rems 40 Kilometer, auf dem Walkersbach 5 Kilometer, auf dem Bärenbach 3 Kilometer, auf der Wieslauf 22 Kilometer, insgesamt also 70 Kilometer.

Floßbar gemacht, d.h. begradigt und im Gefälle nivelliert worden sind die Wieslauf und der Walkersbach, der Bärenbach und der Schweizerbach, jeweils unterhalb der Schwellseen. Dies kann aus dem heutigen Zustand dieser Bäche und aus dem Vorhandensein der ehemals vorhandenen noch erkennbaren Mäanderschlingen geschlossen werden.

Ein deutliches Zeugnis dieser baulichen Veränderungen legt die Wieslauf zwischen dem Ebnisee und der Laufenmühle ab. Es wird berichtet, dass das Bett der Wieslauf auf einer Länge von 1,3 Kilometern mit einem Querschnitt von 1,40 m Breite und 1,1 m Tiefe neu erstellt und dadurch alle scharfen Krümmungen beseitigt worden seien. An allen Mühlwehren und Triebwerken mussten Floßgassen gebaut werden, um diese vor der zerstörenden Wucht der heranschießenden Scheiter zu schützen.

Schließlich könnte man zu den floßtechnischen Einrichtungen auch noch Schlittenwege hinzurechnen.

Waren diese doch auch eine Voraussetzung für erfolgreiches Flößen.

Dorsch hat in seinem „Gedenkblatt“ für die Gemeinde Walkersbach ausgeführt: „Auf den sogenannten Schlittenwegen wurde das Holz aus den Revieren Lorch und Plüderhausen zu dem ... Floßsee ... geführt. Und wo die Hänge für die Schlittenwege zu steil waren, wurden Holzriesen angelegt. Das sind Rinnen zum Abstransport geschlagenen Holzes aus steilem Gelände, in denen das Holz durch seine Schwerkraft zu Tal befördert wird.

Gut informiert sind wir über den Ebnisee, den gößten unserer Floßseen.

In der Kieserschen Forstkarte von 1680 ist an der oberen Wieslauf ein See eingezeichnet, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den sogenannten Gauspachweiler See, also den Mühlsee der Gausmannsweiler Sägmühle gehandelt hat. In einem Bericht von 1737 an den Herzog von Württemberg heißt es, dass „nunmehro die an der Wieslauf und am Walkersbach angelegte Wasserschließen in vollkommen guten Stand gesetzt, solche beide Bäche zum Flößen gereinigt, auch wirklich das dritt Mal daraus geflößt worden sei.“ Demnach wäre der Anfang der Flößerei auf der Wieslauf und dem Walkersbach 1735 erfolgt.

1741 kam aus der herzoglichen Kanzlei die Anregung zum Bau einer Schließe bei der Gauspachweiler Sägmühle. Im Mai 1743 berichtet Forstmeister von Grassenberg in Schorndorf dem Kammerherrn von Seckendorf über den Fortgang des Baus. Wie sich aber herausstellte, waren die Voraussetzungen für das neue Bauwerk ungünstig. Von der herzoglichen Verwaltung wurde nun entschieden, dass der schon im Schwarzwald tätige Flozmeister Braxmaier hinzugezogen werden sollte.

Dem Bau des Ebnisees hat sich Braxmaier mit ganzer Kraft gewidmet und er muß tatsächlich sein Geschäft bestens beherrscht haben. Im Jahr 1745 wurde der Damm fertiggestellt und im Winter 1745/46 wurde der Ebnisee zum ersten Male aufgestaut.

Schwell- oder Treibseen sind die eindrucksvollsten, aufwendigsten und heute am besten erhaltenen floßtechnischen Einrichtungen jener Zeit. Der Walkersbacher Floßsee ist vermutlich der älteste. Ein Plan stammt vom 02. November 1743, also aus dem Jahr nach seinem Bau. Der Damm des Walkersbacher Floßsees ist später durch Ausmauerung noch einmal verbessert worden. Leider wurde später der forstliche Wirtschaftsweg nicht über den Damm des Floßsees gebaut. Vielmehr führte er über einen eigens dafür neu erstellten Damm. Der alte Damm wurde nach Einstellung der Flößerei durchstochen, um die Unterhaltungsarbeiten am Schieberhaus und am Schußkanal zu sparen. Den Grundriß des Sees kennt man übrigens aus den Aufzeichnungen des „Verpflichteten Feldmessers Christof David Benignus“, der diesen am 27. Juli 1791 fertigte und der ein sehr fleißiger Mann gewesen sein mußte.

War der große Tag gekommen, auf den man so lange hingearbeitet hatte, begannen die Holzeinwurfakkordanten vom Einwurfplatz aus das Holz in den Floßbach zu werfen. Dessen Wasserführung war aus dem Schwellsee verstärkt worden. Die Stiefelknechte – wegen ihrer hohen Wasserstiefel so genannt – standen am Bach entlang, um hängengebliebenes Holz wieder flott zu machen. Am Ende jeder Floßstraße befand sich die Ausziehstätte oder der Holzgarten mit Rechen. Dies war für die Rems der Holzgarten in Neckarrems, circa einen halben Hektar groß. In der Rems war ein Rechen angebracht, der das Wasser durchließ, die Scheiter aber aufhielt. Dort wurden diese meist von Militärsträflingen aus dem Wasser gezogen und in meßbaren Beigen aufgesetzt.

 

Natürlich gibt es bei einem solch umfangreichen Unternehmen Schwierigkeiten und Differenzen. Diebstähle, mangelnde Einhaltung der Akkordbedingungen, Klagen der Anlieger über Schäden an Mühlen, Triebwerken und Feldern. Alle Mühlen mußten während des Flößens stillstehen, die Müller mußten wesentliche Teile ihrer Mühle selb

st schützen und reparieren. Die Fischereiberechtigten hatten Verluste an Fischen und die Störung des Laich- und Brutgeschäfts hinzunehmen. Die Felder wurden oft durch Überschwemmung geschädigt. In der Regel wurde durch Steuernachlässe oder durch Holz Entschädigung geleistet.

 

 

Fünfzig Jahre lang wurde dann die Scheiterholzflößerei aus dem Welzheimer Wald über die Rems nach Stuttgart in großem Umfange betrieben. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts und am Beginn des 19. Jahrhunderts wuchsen die Schwierigkeiten am Remsfloß an. Im Durchschnitt lag die Remsflößerei zwar bei den Abgängen relativ günstig, doch die Unterhaltungsarbeiten und die Entschädigungen wurden sehr teuer. Auch beeinträchtigten einzelne Überschwemmungen (so 1798) oder extremes Niedrigwasser den Gesamterfolg. Trotzdem wurde in einem Antrag des Finanzministeriums von 1823 an den König auf Aufhebung des Scheiterfloßes auf Neckar und Erms die Beibehaltung des Remsfloßes empfohlen. Der Probefloß 1823 sei günstig verlaufen und man habe nur vier Prozent Abgang festgestellt. Die Nachfrage nach Brennholz nach dem Wegfall des Uracher Holzes (das auf der Erms geflößt worden war) werde steigen und die Nachteile des Remsfloßes seien wegen der Kürze der Floßstraße und der Dauer des jährlichen Betriebs gering.

 

 

Dennoch wurde die Flößerei oberhalb von Lorch im Jahr 1826 eingestellt. Wenn man schon Brennholz auf der Achse (oder einem Schlitten) zum Einwurfplatz und vom Holzgarten wieder auf der Achse zum Markt oder zum Verbraucher bringen musste, dann konnte man es auf nun besser gewordenen Straßen auch gleich auf der Achse belassen. Fuhrleute treten in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Konkurrenz zu den Flößern.

Triebwerksbesitzer, Bauern und Fischer wehrten sich erneut gegen die Flößerei. Die Abgeordneten von Waiblingen und Schorndorf setzten sich deshalb von 1849 an für die Aufhebung des Remsfloßes ein.

1862 brachte das endgültige Aus der Remsflößerei nach dem Bau der Remstaleisenbahn.

 

Paul Dorsch schreibt in seinen Gedenkblättern für die Gemeinde Walkersbach: „07. April 1861, am Sonntag Quasimodogeniti, wurde der letzte Akkord über das Einwerfen von Floßholz im Waldhorn zu Walkersbach abgeschlossen.“

Wie auf dem Walkersbach ist vermutlich auch auf der Wieslauf 1862 zum letzten Mal geflößt worden. Allerdings gibt es Hinweise, dass dies auch erst 1865 der Fall gewesen sein könnte.

 

Der Ebnisee lag über 20 Jahre lang trocken. 1884 wurde er erneut aufgestaut. Dies hatten die Triebwerksbesitzer durchgesetzt, weil der aufgestaute Ebnisee ihnen gleichmäßige Wasserlieferungen garantierte.

Der Hartnäckigkeit der Triebwerksbesitzer und der Tatsache, dass eine Landesstraße über den Damm verläuft, haben wir es zu verdanken, dass der Ebnisee neben dem Bärenbachsee ganz erhalten geblieben ist  und als kulturhistorisches Denkmal und Erholungsschwerpunkt heute noch besteht.

 

Ein Wirtschaftszweig, der eineinhalb Jahrhunderte lang zur Existenz der Bevölkerung des Welzheimer Waldes beigetragen hatte, war damit Geschichte geworden.

 

 

Quellenangabe:

  

 

Hasenmaier, Erhardt: Die Scheiterholzflößerei auf Rems und Lein, Lorch. In: Jahresheft 1982, (Hrsg.: Historischer Verein Welzheimer Wald e.V., Heft 3/1982 Seite 49 – 87)

 

 

 

 

 

 

 

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